Alice Ceresa – eine Stimme für Ein- und Auswanderinnen

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Veranstaltungsdaten


Nicht vorhanden

Veranstaltungsort


 Schweizerische Nationalbibliothek
Hallwylstrasse 15
3005 Bern

Veranstalter


 Schweizerische Nationalbibliothek
Hallwylstrasse 15
3005 Bern

Weitere Informationen


Veranstaltung (Webseite)
 www.nb.admin.ch/waehlen
Spezialführung zur Schriftstellerin Alice Ceresa

Führung von Annetta Ganzoni, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Schweizerischen Literaturarchivs der Schweizerischen Nationalbibliothek, und Hannes Mangold, Ausstellungskurator der Schweizerischen Nationalbibliothek

Alice Ceresa (1923–2001) war eine schweizerisch-italienische Schriftstellerin. Sie wuchs in Basel und Bellinzona auf. Als junge Frau erhielt sie Zugang zu Exilantenkreisen in Zürich. Ab 1945 arbeitete Ceresa für die Weltwoche und die NZZ als Auslandkorrespondentin in Italien und Frankreich. 1950 wanderte sie nach Rom aus. Sie arbeitete als Journalistin, Übersetzerin und Lektorin für den Verlag Longanesi und zusammen mit Ignazio Silone für das italienische Komitee für die Kulturfreiheit. «Das einzige Argument, das mich beim Schreiben interessiert, ist die Frauenfrage», hielt Ceresa fest, und verknüpfte dieses mit der Suche nach innovativem weiblichen Schreiben. Mit ihrem experimentellen Erstlingswerk «La figlia prodiga» (1967) wurde Ceresa als Kultautorin des italienischen Feminismus bekannt. In der deutsch- und französischsprachigen Schweiz wurde sie – als im Ausland lebende und schreibende Frau – erst in den 1990er-Jahren mit der Übersetzung des zweiten und letzten Romans «Bambine. Geschichte einer Kindheit» wahrgenommen. Alice Ceresa schrieb zeit ihres Lebens, publizierte aber nur wenig – «Non scrivo per scrivere, ma perché devo.»

Die Spezialführung findet im Rahmen der Ausstellung «Jetzt wählen! Über das Recht auf eine Stimme» statt. Diese widmet sich anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Frauenstimm- und -wahlrechts dem Thema der politischen und kulturellen Partizipation in der Schweiz und den Menschen, die kein Recht auf eine Stimme hatten bzw. haben oder dieses nicht wahrnehmen: Frauen, Menschen ohne Schweizerpass, unter 18-Jährige, als unmündig Erklärte und Wahlabstinente. Wer sich in der Schweiz eine Stimme verschaffen konnte, zeigen die Sammlungen der Schweizerischen Nationalbibliothek exemplarisch und ermöglichen so einzigartige Einsichten in die Geschichte der Mitsprache in der Schweiz. Im Zentrum der Ausstellung stehen die Schriftstellerin Alice Ceresa, die Autorin Mariella Mehr und die Künstlerin Doris Stauffer, drei Schweizerinnen, die sich allen Widerständen zum Trotz Gehör verschaffen konnten. Eine eigens für die Ausstellung entwickelte Videoarbeit des international renommierten Künstlerinnenduos Gawęda Kulbokaitė schlägt die Brücke von den historischen Positionen zur Gegenwart.

Eintritt Ausstellung frei, Teilnahme Führung kostenlos, keine Anmeldung erforderlich, Zertifikatspflicht


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